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Kurzbericht: “Die Palästinensisch-Jordanischen Beziehungen und Wege zur Weiterentwicklung”

Am Montag, dem 01. Mai 2017, organisierte die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Kooperation mit ihrem Partner Pal-Think für Strategische Studien eine Diskussionsrunde mit dem Titel “Die Palästinensisch-Jordanischen Beziehungen und Wege zur Weiterentwicklung” in Gaza Stadt. Herr Nabeel Ghishan, Mitglied des jordanischen Parlaments, war als Referent per Skype aus Amman zugeschaltet. Anwesend in Gaza waren neben Politiker_innen, Vertreter_innen von zivilgesellschaftlichen Organisationen, sowie Wissenschaftler_innen auch Forscher_innen und Journalist_innen. Die Diskussion konzentrierte sich auf die palästinensisch-jordanische Beziehung.

 

Einleitend sprach Herr Ghishan über die Entwicklung der jordanisch-palästinensischen Beziehungen, und er wies auf Unterschiede hin zwischen der Ära von König Hussein, der daran interessiert war Jerusalem und das Westjordanland unter seiner Herrschaft zu haben, und der Ära des Königs Abdullah II, der die palästinensischen politischen Bestrebungen in Bezug auf Jerusalem und den unabhängigen palästinensischen Staat akzeptierte. Herr Ghishan bestätigte die derzeitige hochrangige trilaterale politische Koordination zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde, Jordanien und Ägypten zu den jüngsten Entwicklungen in der Palästinafrage, sowie in Bezug auf die Kommunikation mit der neuen US-Regierung. Er erklärte, dass die US-Regierung derzeit aktiv daran arbeite, den Friedensprozess wiederzubeleben.

 

Herr Ghishan sprach ferner über die Ergebnisse des Arabischen Gipfels, der einem Monat zurvor in Jordanien stattfand. Im Rahmen des Gipfels seien Spannungen zwischen arabischen Staaten, insbesondere zwischen Saudi-Arabien und Ägypten, beseitigt worden. Er betonte, dass Israels Anstrengungen zur Schaffung des Friedens im Nahen Osten derzeit nicht ausreichend seien und forderte Zugeständnisse ein. Herr Ghishan erklärte jedoch seine Überzeugung, dass es keinen palästinensischen Führer oder arabische Partei gebe, die dazu bereit sei Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines zukünftigen palästinensischen Staates aufzugeben. Er rief alle Palästinenser_innen dazu auf, Druck auf Fatah und Hamas auszuüben, um Versöhnung und Einheit zu erwirken und den gegenwärtigen Herausforderungen zu begegnen. Er betonte die Wichtigkeit einer Präsenz von Christen in Jerusalem, Bethlehem und ganz Palästina, und sprach sich gegen den Extremismus aus, da dieser die nationale Einheit bedrohe.