Podiumsdiskussion und Filmvorführung “What is the Real Price of Water?”

50 Interessierte kamen am 7.11. im Willy-Brandt-Zentrum zusammen.
Die Lage in den palästinensischen Gebieten erscheint schwierig: Obwohl weite Teile des Westjordanlandes als die wasserreichsten Gebiete des Nahen Ostens gelten, sieht sich die palästinensische Bevölkerung dort immer wieder mit Wasserknappheit konfrontiert. Im Gazastreifen gibt es so gut wie kein funktionierendes Abwassersystem und kaum sauberes Trinkwasser. Der Wasserverbrauch in Israel hingegen, ist einer der höchsten weltweit.
Wie kommt es zu dieser paradoxen Situation? Was steht einer gleichberechtigten Versorgung mit Frischwasser im Wege? Diesen Fragen ging die in Zusammenarbeit mit dem Willy-Brandt-Zentrum Jerusalem (WBZ) durchgeführte Podiumsdiskussion „What is the Real Price of Water?“ nach. In den Räumlichkeiten des WBZ kamen verschiedene Experten zusammen um über dieses wichtige Thema zu diskutieren.

Die drei Referenten Mark Buttle, Clemens Messerschmid und Ammon Zamir stellten sich einer Diskussion mit dem Publikum.
Den Auftakt bildete ein Vortrag des Hydrologen und Experten für das Westjordanland, Clemens Messerschmid, der über die asymmetrische Verteilung von Wasserzugängen und die damit verbundene Wasserpolitik der israelischen Militärverwaltung im Westjordanland informierte. Anschließend berichtete Mark Buttle von Oxfam über seine Arbeit in Gaza und die prekäre Situation vor Ort. In dem von ihm gezeigten Film „Gaza is Floating“ wird auf die sich seit dem Gazakrieg zuspitzende Lage aufmerksam gemacht. Aufgrund der anhaltenden Blockade des Gazastreifens verschlechtere sich die Situation stetig, so der Koordinator für internationale Wasserprojekte der Britischen Hilfsorganisation.
Danach stellte Ammon Zamir, Grafikdesigner und Schulbuchautor, das von ihm mitinitiierte WATERCARE-Programm vor, ein in Zusammenarbeit zwischen israelischen, palästinensischen und jordanischen AutorInnen entstandenes Schulbuch, das auf Arabisch, Hebräisch und Englisch über Wasser in der Region informiert.

Die Beteiligten waren sich einig, dass nach einer Lösung für das Wasserproblem nicht allein auf technischer Ebene, sondern auf politischer Ebene gesucht werden muss.
Abschließend stellten sich die drei Referenten einer Diskussion mit dem Publikum. Einig waren sich alle Beteiligten, dass sich das Wasserproblem nicht allein auf technischer Ebene lösen lässt. Wie so vieles, so das Ergebnis der Veranstaltung, handele es sich dabei in erster Linie um ein politisches Problem.


