Al-Mubadara Summer School in den Palästinensischen Gebieten

Die Teilnehmer der Al-Mubadara Summer School 2009 in Talitha Kumi
„Wissen sammeln und Wissen weitergeben“ unter diesem Motto stand die Al-Mubadara Summer School 2009 in den Palästinensischen Gebieten. Die Parteikooperation mit der Al-Mubadara bildet einen Pfeiler der Bemühungen der Friedrich-Ebert-Stiftung Jerusalem, den Aufbau demokratischer Strukturen in den Palästinensischen Gebieten zu fördern. Seit zwei Jahren unterstützt die Friedrich-Ebert-Stiftung die Palästinensische Nationale Initiative (Al-Mubadara, gegründet 2002), die sich als säkulare und demokratische Alternative neben den bestehenden großen politischen Blöcken Fatah und Hamas sieht. Aufgrund programmatischer Anknüpfungspunkte hat sich die Friedrich-Ebert-Stiftung zur Zusammenarbeit mit der sozialdemokratisch ausgerichteten Al-Mubadara entschieden. Über die Jahre haben sich zahlreiche persönliche Kontakte zwischen Mitgliedern der SPD und der Al-Mubadara entwickelt.

In Beit Jalla feierte die Al-Mubadara ihren 7. Geburtstag.
Nachdem – auch durch die Unterstützung der FES – die Al-Mubadara im vergangenen Jahr in die Sozialistische Internationale aufgenommen wurde, sollten bei der Summer School im August 2009 konkrete Strategien für einen erfolgreichen Wahlkampf entwickelt werden. Die Friedrich-Ebert-Stiftung Jerusalem lud zwei Mitglieder des SPD Landesverbandes Schleswig-Holstein, Sven Zylla und Dörte Schramm, Michael Busemann aus der Bundesparteizentrale der SPD sowie den politischen Berater der SPD, Achim Möller, in die Palästinensischen Gebiete ein, ihr auf kommunaler und nationaler Ebene erworbenes Wissen zur Wahlkampfplanung und –durchführung an die Schwesterpartei weiterzugeben.

Sven Zylla, der Delegationsleiter, berichtete über seine Erfahrungen in Medienplanung und Öffentlichkeitsarbeit.
Gerne folgten die Genossen der Einladung und führten ihre erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fort. Der Generalsekretär der Al-Mubadara, Dr. Mustafa Barghouthi, war ebenso in die Summer School eingebunden wie der Sprecher der Partei, Dr. Khaled Saifi. Vier Tage kamen die Parteiaktivisten im Gästehaus Talitha Kumi in Bethlehem zusammen und tauschten Erfahrungen aus. Ausgangspunkt eines erfolgreichen Wahlkampfes sei es, so der Inhalt der Trainingskurse, sich über die eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Die theoretischen Grundlagen für die Kampagnenplanung wurden im weiteren Verlauf ebenso vermittelt wie deren praktische Umsetzung und die Bedeutung und Konzeption einer wirksamen Öffentlichkeitsarbeit. Die deutsche Delegation war begeistert vom Wissensdurst und Arbeitseifer der Al-Mubadara Mitglieder. In Gruppenarbeiten wurde das Gehörte vertieft und für die Al-Mubadara modifiziert. Die Al-Mubadara Mitglieder, die aus der ganzen Westbank angereist waren, hatten hierbei auch die Gelegenheit, sich untereinander näher kennen zu lernen und interne Strukturen zu festigen.
Bei den Festlichkeiten zum siebten Geburtstag der Al-Mubadara zeigten sich die Besucher aus Deutschland beeindruckt von der Mobilisierungskraft der Partei. Mehr als 2.500 Menschen, insbesondere Jugendliche und Frauen, waren im Orthodox Club in Beit Jalla zusammengekommen, um ihre Partei zu feiern.

Während der Tour durch Hebron: Henrik Meyer, Dr. Michael Bröning, Direktor der FES Jerusalem und Sven Zylla (vorne im Bild, von links nach rechts).
Neben der Summer School informierte sich die Delegation unter der Leitung von Sven Zylla, Mitglied des Wahlkampfteams des SPD-Landesverbandes Schleswig-Holstein, über die gegenwärtige politische Lage in der Region. Mit Politikern und Wissenschaftlern beider Seiten diskutierte sie die Zukunft des Friedensprozesses und die Ergebnisse des 6. Fatah-Kongresses. Auf einer von der Temporary International Presence in the City of Hebron (TIPH) geführten Tour durch Hebron konnte die Delegation sehen, welche Auswirkungen auf das Zusammenleben von Palästinensern und Israelis der Konflikt an manchen Orten hat.


