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Vortrag „Ramallah Urban Development since 1996: Current Reality and Future Perspectives“

Unter den Gästen der Veranstaltung war auch die Bürgermeisterin von Ramallah, Janet Michael (2. v.r.). Foto: FES.
Unter den Gästen der Veranstaltung war auch die Bürgermeisterin von Ramallah, Janet Michael (2. v. r.).

Die Stadt Ramallah ist zum Mittelpunkt der Westbank geworden und dient als zentrale Drehscheibe im Verkehr von Personen und Gütern aus den wichtigsten palästinensischen Städten – Nablus und Jenin im Norden, Bethlehem und Hebron im Süden der Westbank. Nachdem im Osloer Friedensprozess keine Einigung zur Frage palästinensischer Souveränität in Jerusalem getroffen wurde, ist Ramallah zum einstweiligen Sitz der PA-Administration und vieler internationaler Organisationen geworden. Von einer christlichen Kleinstadt zur rasant wachsenden Metropole haben sich die Grenzen der Stadt über den Nachbarort Al-Bireh hinweg ausgedehnt. Die palästinensische de facto Hauptstadt bietet eine unglaubliche Vielfalt an Kultur- und Bildungsangeboten und ihr offener Charakter zieht immer mehr Leute an, die sich in Ramallah niederlassen. Rund 16,5 Prozent der Palästinenser Ost-Jerusalems arbeiten in Ramallah. Doch die Entwicklung der Stadt hat nicht nur positive Auswirkungen.
Um dieser Problematik nachzugehen, lud die Friedrich-Ebert Stiftung Jerusalem in Kooperation mit dem International Peace und Cooperation Center (IPCC) zum Vortrag „Ramallah Urban Development since 1996: Current Reality and Future Perspectives“ ein. Nachdem Dr. Michael Bröning, Direktor der FES Jerusalem, die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnet hatte, gingen die drei Referenten des IPCC auf die verschiedenen Aspekte der städtischen Entwicklung der Region Ramallah ein.

Nicht an technischen Möglichkeiten, sondern am Willen zum Frieden fehle es, stellte Dr. Omar Yousef fest.  Foto: FES.
Nicht an technischen Möglichkeiten, sondern am Willen zum Frieden fehle es, stellte Dr. Omar Yousef fest.

Dr. Rami Nasrallah, Gründer und Leiter von IPCC, erklärte, dass sich nach der Gründung der Palästinensischen Autonomiebehörde eine große Zahl von Institutionen in Ramallah ansiedelte, um der eigentlichen Hauptstadt Jerusalem möglichst nahe zu bleiben. Doch zwischenzeitlich sind 15 Jahre vergangen und der Bau von Siedlungen in der Westbank und die israelische Besatzung verhindern eine kontinuierliche Entwicklung der Palästinensischen Gebiete.
Dr. Rassem Khamaisi, Planungsspezialist für Ramallah und Leiter des Planungsteams des IPCC, wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die Klassifizierung des Territoriums in A, B und C-Gebiete einer der Gründe für das Fehlen eines einheitlichen Bebauungsplanes ist. In rund 60 Prozent des Gebietes fehlt den Palästinensern schlichtweg die Befugnis, städteplanerisch tätig zu werden. Trotzdem betonte Dr. Khamaisi die Wichtigkeit einer sorgfältigen Planung für die Region Ramallah.

Dr. Michael Bröning mit den Organisatoren und prominenten Gästen der Podiumsdiskussion.  Foto: FES.
Dr. Michael Bröning mit den Organisatoren und prominenten Gästen der Podiumsdiskussion.

Sein Kollege Dr. Omar Yousef beendete die Präsentation mit der Feststellung, dass es für eine territoriale Lösung des Konflikts zwischen Israel und Palästinensern nicht an technischen Möglichkeiten, sondern am Willen zum Frieden fehle.