Konferenz zum Thema „Der Islam im gegenwärtigen Palästina“ in Ramallah
Als eines der markantesten Merkmale der palästinensischen Gesellschaft wird oft deren Zugehörigkeit zur islamischen Welt hervorgehoben. Doch was genau ist unter dem gerade im politischen Kontext so häufig verwendeten Begriff Islam genau zu verstehen? Welche Rolle spielt er tatsächlich in den Palästinensischen Gebieten, welchen Veränderungen und Dynamiken unterliegt er und welche politische Dimension hat er?
Diesem breiten Katalog an Fragen widmete sich die Konferenz „Islam in Contemporary Palestine", die am 01. Oktober von der FES-Jerusalem in Kooperation mit der „Palestinian Academic Society for the Study of International Affairs“ (PASSIA) in Ramallah durchgeführt wurde. Ein umfangreiches Programm gab dabei Wissenschaftlern, Regierungsvertretern und Vertretern verschiedener Konfessionen und Organisationen die Möglichkeit, ausgiebig über diese Themen zu diskutieren.
Unter der Schirmherrschaft von Dr. Mahdi Abdul Hadi, Vorsitzender von PASSIA, stellten Referentinnen und Referenten im Rahmen von drei Sitzungen ihre jeweiligen Ansichten zur Diskussion. Den Auftakt bildete dabei eine Sitzung zu dem oft kontrovers diskutierten Thema „Politischer Islam in Palästina“. In der darauf folgenden Diskussionsrunde, bei der es um islamische Identität, Nationalismus und Widerstand ging, präsentierte unter anderem der Hamasexperte Dr. Khaled Hroub seine Einschätzung zur Bedeutung des Islam im palästinensischen Nationalismus. In der abschließenden Sitzung wurde der Blick über Palästina hinaus und auf das Verhältnis des Islams zur Welt gerichtet. Dabei berichtete etwa die an der Birzeit Universität lehrende Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Helga Baumgarten über die ihrer Ansicht nach von tiefem Misstrauen geprägte Wahrnehmung des Islams in den meisten westlichen Gesellschaften.
Die zum Teil energisch geführten Debatten wurden von den Konferenzteilnehmern rundum als Erfolg verstanden, bildeten sie doch eine gute Gelegenheit, der Antwort auf die Frage, wie es nun um den Islam in Palästina bestellt sei, ein Stück weit näher zu kommen.


