Einmal Palästina und Zurück – Volontäre der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste besuchen die Palästinensischen Gebiete
30. September. Jerusalem – Ramallah
Einmal die andere Seite des Konflikts kennen lernen.
Darum ging es am von der Frie
drich-Ebert-Stiftung Ost-Jerusalem organisierten „Palästina-Tag“. Am 30. September wurde 23 Volontären der Aktion Sühnezeichen-Friedensdienste, die für ein Jahr in Israel soziale Arbeit leisten werden, ein Einblick in das Leben in den Palästinensischen Gebieten gegeben.
Am Morgen lernten die Jugendlichen die israelische Bauplanungspolitik für Jerusalem kennen. Ein Tourguide des „Israeli Committee Against House Demolitions“ (ICAHD) führte sie durch Ost-Jerusalem und zeigte ihnen anhand einiger Beispiele – wie der Stadtviertel Jabal Mukabber und Sheikh Jarrah – die Probleme auf, die aus der Ungleichbehandlung palästinensischer Bewohner Jerusalems resultieren.
Eine Mitarbeiterin von UN OCHA (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) informierte über die aktuelle Situation in den besetzten Gebieten.
Am Nachmittag ging es schließlich nach Ramallah; für viele der Jugendlichen der erste Ausflug auf die andere Seite der Sperranlage.
In Ramallah wurde die Gruppe von Mitgliedern der Partei Al-Mubadara (Palästinensische Nationale Initiative) begrüßt. Sogar ihr Generalsekretär Mustafa Barghouti war gekommen, um den ASF-Volontären in einem Vortrag die palästinensische Narrative des Nahost-Konflikts näher zu bringen, wie sie in westlichen Medien selten zu hören sei.
Im Anschluss bildeten sich Diskussionsgruppen, in denen mit jungen Parteimitgliedern das von der Al-Mubadara vertretene Konzept des gewaltlosen Widerstands diskutiert wurde. Aber auch andere Fragen, für die sich die Jugendlichen interessierten –
wie z.B. die Möglichkeiten der Parteiarbeit in Palästina oder die Einbindung von Frauen – wurden von der Al-Mubadara-Jugend beantwortet. Um auch weiter in Kontakt mit den palästinensischen Aktivisten bleiben zu können, wurden zudem einige Email-Adressen ausgetauscht.
So viel an diesem Tag an Informationen und Einblicken gegeben werden konnte, ist die Situation doch zu komplex, um sie in so kurzer Zeit zu durchdringen. Der Tag endete mit Wünschen und Anregungen für den zweiten „Palästina Tag“, der zum Ende der Volontärszeit stattfinden soll und der einhelligen Meinung, dass es noch vieler Gespräche und Diskussionen bedarf, um all das Gehörte einordnen und sich ein Bild von der Situation machen zu können.


