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Wiedersehen mit Freundinnen

Andrea Nahles mit Fatah Frauen. Foto: FES.
Andrea Nahles mit den Teilnehmerinnen des Round-Tables.

Es war wie ein Treffen unter Freundinnen, als Andrea Nahles, Generalsekretärin der SPD, im Rahmen ihres Besuchs in Israel und den Palästinensischen Gebieten auf die Frauen des Fatah-Revolutionsrates traf. Nach einem ersten Treffen im Frühjahr 2010 in Palästina reisten die Frauen im September 2010 auf Einladung der Generalsekretärin zum Sonderparteitag der SPD nach Berlin. Bei ihrem nunmehr dritten Treffen wurde die Runde um Teilnehmerinnen aus dem Palästinensischen Legislativrat und der Fatah Jugend ergänzt. Die Frauen, die neben ihrem Parteiamt zentrale Funktionen in Zivilgesellschaft und Regierung innehaben, diskutierten mit Andrea Nahles über den Reformbedarf der Fatah. Andrea Nahles konnte in einem konstruktiven Gespräch aus ihrer eigenen jahrelangen Erfahrung in der Parteiarbeit berichten.
Lebhaft diskutierten die Politikerinnen im Weiteren die Unterschiede der Partizipation von Frauen in Fatah und Hamas. Die hohe Beteiligung von Frauen in der Hamas führten die Palästinenserinnen vor allem auf die unterschiedliche Natur der beiden Parteien zurück: So sei die Fatah eine pluralistische Partei, während Hamas sich vor allem durch einen starken Religionsbezug definiere. Für die Hamas in ihrem Selbstverständnis sei die aktive Teilnahme an der Politik deshalb eine religiöse Pflicht, die Männer und Frauen gleichermaßen treffe. Gleichzeitig sei die Partizipation von Frauen in der Hamas begünstigt durch den hohen Stellenwert sozialer Wohlfahrtsarbeit, die besonders von Frauen gestaltet wird.
Um die Partizipation von Frauen in Fatah-Kreisen zu stärken, sei es nun vor allem wichtig, sich von der Hamas abzugrenzen und in Projekten über den Wohlfahrtsbereich der Hamas hinaus zu arbeiten. Die bloße Einführung einer Frauenquote sahen die Frauen als nicht ausreichend hilfreich an. Optimal seien stattdessen Projekte, die Frauen und Männer zugleich und im Kontext des palästinensischen Staatsaufbaus förderten. In diesem Rahmen wurde auch eine mögliche verstärkte Kooperation zwischen den Fatah-Frauen und der SPD diskutiert, die von beiden Seiten begrüßt wurde. Die Frauen verabschiedenten sich herzlich und im Wissen eines baldigen Wiedersehens voneinander.