Seminartag mit Gruppe von Volontären aus Deutschland

Ein eindrückliches Bild vor Ort vermittelte Yahav Zohar von ICAHD.
Die FES Jerusalem organisierte am 17. September einen Seminartag für eine Gruppe 26 junger Volontärinnen und Volontäre, die für ein Jahr in verschiedenen Einrichtungen in Israel Freiwilligenarbeit leisten werden. Am Vormittag führte FES-Programmmanager Alexander Rüsche auf Basis der aktuellen Angaben des United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) in den besetzten Palästinensischen Gebieten in die aktuelle Situation im Westjordanland, Ost-Jerusalem und dem Gazastreifen ein. Eine angeregte Diskussion im Anschluss an die Präsentation zeugte von großem Interesse der Teilnehmer.

Die OCHA Präsentation traf bei den Teilnehmer auf großes Interesse.
Nach einer Mittagspause im Garten des FES Büros konnte sich die Gruppe am Nachmittag im Rahmen einer Tour der israelischen NGO „Israeli Committee Against House Demolitions“ (ICAHD) vor Ort einen Eindruck zentraler Brennpunkte des Konflikts in Ost-Jerusalem und Umgebung machen. Tourguide Yahav Zohar versuchte dabei, einen Einblick in wichtige Fragen und Herausforderungen abseits der gängigen Touristenpfade zu vermitteln, wie u.a. das Problem der Vernachlässigung palästinensischer Stadtteile und die prekäre Wohnraumsituation. Die Führung begann in Sheikh Jarrah, steuerte anschließend den Aussichtspunkt Jabel Mukaber an und führte in die Stadtteile Wadi Qadum und Ras el Amud, wo Yahav vor dem dortigen Abschnitt der israelischen Sperranlage eine kritische Perspektive präsentierte. Schließlich steuerte die Gruppe die israelische Siedlung Ma‘ale Adumim im Osten von Jerusalem an – die größte zusammenhängende Siedlung im Westjordanland, die, so Yahav, ihrer Infrastruktur und dem Erscheinungsbild nach auch ein gepflegter Vorort einer kalifornischen Stadt sein könnte und deren Bewohner sich selten bewusst seien, in einer völkerrechtswidrigen Siedlung zu wohnen.
Im Rahmen des Seminartages erhielten die Teilnehmer einen Einblick in einige der vielschichtigen Aspekte des Konflikts, der zu einer weiteren Auseinandersetzung anregen soll. Eine Diskussionsrunde am Ende des Tages ermöglichte eine abschließende Reflektion und gemeinsame Diskussion der Eindrücke des Tages.


