Erstes Symposium der Veranstaltungsreihe „Face the Public – Advancing Democracy in Palestine“ in Gaza
Zusammen mit dem langjährigen Partner PalThink for Strategic Studies veranstaltete das FES-Büro Gaza am 12. Juli die erste Session des Projekts „Face the Public – Advancing Democracy in Palestine“. Unter dem Titel „Visions to Support the Palestinian Reconciliation from the Perspectives of Media and Academia” thematisierte der Workshop die Rolle von Wissenschaft und Medien im palästinensischen Versöhnungsprozess. Ziel war es, durch die Diskussion einen konstruktiven Beitrag zu dem seit der Unterzeichnung des Versöhnungsabkommens Ende April ins Stocken geratenen Ausgleich zwischen Hamas und Fatah zu leisten. Angesichts des in sämtlichen Teilen der palästinensischen Bevölkerung verankerten Wunsches nach Versöhnung sei dies besonders wichtig, so Dr. Usama Antar, FES-Vertreter in Gaza, in seiner Eröffnungsrede an die Teilnehmer aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Medien.
Die akademische Perspektive wurde von den Politologen Dr. Mkaimer Abu Sada (Al-Azhar Universität Gaza) und Dr. Walid Mudallal (Islamische Universität Gaza) beleuchtet. Beide sahen den Versöhnungsprozess in einer Krise. Das Handeln der Entscheidungsträger sei primär von Partei-Interessen angeleitet. Für die Universitäten sei es daher wichtig, unabhängig zu agieren. Mudallal verwies auf den Bedeutungsverlust der Universitäten in der palästinensischen Bevölkerung und regte zu größerer Bürgernähe an. Auch Studenten könnten sich in positiver Weise engagieren, etwa durch die Gründung eines palästinensischen Studentenrates. Ebenso betonte Abu Sada die Wichtigkeit unabhängiger Universitäten für den Versöhnungsprozess, für welchen diese auch als Modell fungieren könnten.
Die renommierten palästinensischen Journalisten Hr. Imad Frangi, Direktor der Zeitung Al-Quds, und Hr. Adel Zanoun, Reporter bei Palestine TV, analysierten im zweiten Teil der Veranstaltung die Rolle der Medien. Durch eine ständige, kritische, aber zugleich auch positive Berichterstattung könne ein relevanter Beitrag zur Versöhnung geleistet werden. Die Journalisten betonten, sich ihrer Rolle bewusst zu sein und diese zugunsten der Versöhnung aktiv wahrnehmen zu wollen.
In der anschließenden Diskussion stimmten die Teilnehmer der Verstaltung darin überein, dass die Rolle der Wissenschaft, der Medien und der Zivilgesellschaft für die Belebung des Versöhnungsprozesses unabdingbar sei. Ohne den von diesen Akteuren ausgehenden gesellschaftlichen Druck auf die politischen Entscheidungsträger würde die Versöhnung zwischen Fatah und Hamas ein bloßes Lippenbekenntnis bleiben.


