Schüler aus Berlin und Jerusalem besuchen die Friedrich-Ebert-Stiftung in Ost-Jerusalem
Aussichtspunkt Jaba Mukaber. Yahav Zohar erklärt den Schülern den Verlauf der Sperranlage in Ost-Jerusalem.
Am 27. Juni 2011 besuchten 30 Schüler im Rahmen eines Austauschprogrammes zwischen dem Berliner Schiller-Gymnasium und der Hand-in -Hand Schule in Jerusalem die Friedrich-Ebert-Stiftung in Ost-Jerusalem. Elke Gryglewski aus der Bildungsabteilung des Hauses der Wannsee-Konferenz, dem Organisator der Bildungsreise, und Birgit Luig vom Deutsch-Israelischen Zukunftsforum, der finanzierenden Stiftung, begleiteten die Schülergruppe mit weiteren Betreuern. Die jungen und interssierten Schüler kamen je zur Hälfte aus Deutschland und Jerusalem. Nach der Ankunft und Begrüßung im FES Büro im Stadtteil Sheikh referierte Helene Kortländer aus dem FES Büro in Herzliya auf Basis einer Power-Präsentation von UN OCHA über die aktuelle politische Lage in Ost-Jerusalem und dem Westjordanland und bot den Schülern anschließend die Möglichkeit für Fragen und Diskussion.
Die Schüler des Schiller Gymnasiums und der Hand-in-Hand Schule folgen der OCHA Präsentation vorgestellt von Helene Kortländer.
Der Nachmittag stand im Zeichen einer politischen Tour entlang zentraler Brennpunkte in Ost-Jerusalem in Kooperation mit der israelischen Nichtregierungs- organisation ICAHD (Israeli Committee Against House Demolitions). Die Tour führte zum Aussichtspunkt Jabel Mukaber und in die Stadtteile Wadi Qadum und Ras el Amud. Der Tourguide Yahav Zohar, der für ICHAD arbeitet und sich im Sheikh Jarrah Solidarity Movement engagiert, versuchte vor Ort ein Bild von der Politik der Jerusalemer Stadtverwaltung im Ostteil der Stadt zu vermitteln. Er machte etwa darauf aufmerksam, dass Bürgersteige nur dort zu sehen sind, wo auch jüdische Siedlungshäuser stehen. Die Müllberge am Straßenrand, so Yahav, seien Folge der Vernachlässigung der palästinensischen Nachbarschaften durch die Stadtverwaltung. In Abu Dis konfrontierte Yahav die Gruppe dann mit der Sperranlange, die quer durch das palästinensische Ost-Jerusalem verläuft. Gespannt folgten die Schüler den Erläuterungen zu Verlauf und Aufbau der Anlage und stellten Fragen zu den Motiven hinter dem Bau der Sperranlage.
Die Gruppe an der Sperranlage in Abu Dis, Ost-Jerusalem.
Insgesamt wurden den Schülern an diesem Tag vor Ort Eindrücke über die fortbestehenden Herausforderungen in der geteilten Stadt abseits der gängigen Touristenpfade ermöglicht, welche die jungen Menschen zu einer weiteren Auseinandersetzung mit den vielschichtigen lokalen und regionalen Problemfeldern anregen werden.


