Soziale Gerechtigkeit und menschenwürdige Arbeit
Teilnehmer der DWRC Konferenz
Der 7. Oktober ist alljährlich der Welttag für menschenwürdige Arbeit. Zu diesem Anlass veranstaltete die FES Ost-Jerusalem gemeinsam mit dem Democracy and Workers’ Rights Center (DWRC) eine Konferenz zum Thema Soziale Gerechtigkeit. In den Räumlichkeiten des Roten Halbmondes in Ramallah und – per Videokonferenz – in Gaza Stadt setzten sich hochrangige Teilnehmer und Experten mit den Schwerpunktthemen der aktuellen Sozialdebatte in den Palästinensischen Gebieten auseinander. Ziel war es, eine Strategie für den Umgang mit den diesbezüglichen Herausforderungen und Problematiken zu entwickeln.
Hassan Al-Daoud, Wissenschaftler an der Universität Birzeit, stellte in diesem Rahmen seine Studie zur sozialen Absicherung der palästinensischen Arbeiter in der Westbank und im Gazastreifen vor, während sich Mohammed Sharia, Wissenschaftler an der Al-Quds Universität in Jerusalem, der Frage nach der künftigen Arbeitsmarktpolitik in den Palästinensischen Gebieten unter Einbeziehung der gegenwärtigen politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Entwicklungen widmete.
Hassan Al-Daoud richtete in seiner Analyse den Fokus auf die sich für Jugendliche und Frauen angesichts ihrer Sonderrolle auf dem Arbeitsmarkt ergebenden speziellen Anforderungen an die diversen Formen sozialer Absicherung. Auch für Mohammed Sharia standen die Frauen und Jugendlichen im Mittelpunkt seiner Betrachtungen. So sei das Hauptproblem, dem sich der Arbeitsmarkt in den Palästinensischen Gebieten in Zukunft stellen müsse, die hohe Arbeitslosenquote unter Frauen und Jugendlichen, die mit stetig wachsender Zahl auf den Arbeitsmarkt strömten. Folglich werde es in diesem Jahr rund 40.000 Arbeitssuchende in den Palästinensischen Gebieten geben, die der palästinensische Arbeitsmarkt unter den derzeitigen Bedingungen nicht absorbieren könne.
Der von Mohammed Sharia gezeichnete Ausblick auf die künftigen Ansprüche an die palästinensische Arbeitsmarktpolitik verdeutlichte einmal mehr die Kluft zwischen den beiden palästinensischen Gebieten. So seien die Auswirkungen der wirtschaftlichen und politischen Blockade des Gazastreifens sowie die Folgen des Gazakrieges 2009 hinsichtlich der dortigen Infrastruktur und Wirtschaftsdynamik fatal, wodurch die für die gesamten Palästinensischen Gebiete zutreffenden Tendenzen in Gaza weitaus gravierendere Konsequenzen hervorriefen.
In der anschließenden lebhaften Diskussion wurde die Bedeutung des Themas für die Palästinensischen Gebiete deutlich und eine Vielzahl von Folgeideen entwickelt. Vertreter von Gewerkschaften und der palästinensischen Zivilgesellschaft nahmen die Diskussionsbeiträge auf, deren Ergebnisse in einem Grundsatzpapier festgehalten wurden.


